Beijing (北京) ist ein Nachbarschafts-Yakiniku vom alten Schlag. An den Wänden hängen Fotos von Kämpfern, Sumoringern und Politikern mit dem betagten Wirt, der das Fleisch noch selbst schneidet. Das Aushängeschild ist jō-rōsu shio: gesalzener Premium-Rücken in so dicken Scheiben, dass er kaum auf den Grill muss. Dazu bekommt jeder Gast einen Berg rohen Weißkohl. Man drückt ihn mit einem kleinen Teller zusammen, tränkt ihn in der Haussauce und isst ihn anstelle von Reis. Das Lokal stand 2020, 2021 und 2026 in Tabelogs Auswahl „Tabelog 100“ für Yakiniku und Grill in Ostjapan.
Die meisten Rezensenten nennen das jō-rōsu shio als Höhepunkt. Danach folgen Harami (Saumfleisch) und jō-tan (dick geschnittene Zunge). Das Kohl-Ritual gilt als süchtig machend, auch Kimchi und die abschließende Ramen werden oft erwähnt. Die Portionen sind gewaltig, das Fleisch soll trotzdem leicht bleiben. Mehrere Gäste erlebten den Wirt zuletzt als herzlich: Er erklärte ihnen, wie jedes Stück zu grillen ist.
Der Wirt ist auch der häufigste Kritikpunkt. Gäste wurden wegen ihres Handys oder falscher Grilltechnik angeschrien, eine Gruppe sollte sich beeilen und gehen. Manche berichten, dass Stammgäste sichtbar besseres Fleisch bekommen. Kleinere Klagen betreffen viel Glutamat sowie Salz und Pfeffer in der Würzung, zähe Stücke, eine sehr salzige Suppe, einmal eine Stunde Wartezeit aufs Essen und mürrische Aushilfen.
Geöffnet ist nur abends, Mittagessen gibt es nicht. Ein Abendessen kostet meist ¥6.000–8.000 pro Person. Zwischen 2024 und 2026 zahlten Gäste rund ¥2.600 für jō-rōsu shio, jō-tan shio oder Harami und ¥1.750 für karubi tare (marinierte Rippe). Ramen kostete etwa ¥700, eine große Flasche Bier ¥800. Zwei Personen mit Bier gaben rund ¥15.000–17.600 aus, drei Männer ohne Getränke je ¥11.000. Quittungen gibt es nicht.
Für das Essen ist das ein guter Gegenwert. Ein Teller Fleisch reicht etwa für zwei, und viele vergleichen die Qualität mit Tokioter Lokalen, die ein Mehrfaches verlangen. Stammgäste merken an, dass sich die Preise in 15 Jahren verdoppelt haben.
- Anfahrt: etwa 5 Minuten zu Fuß (rund 420 m) vom Bahnhof Hirama an der JR Nambu Line. Der Stadtbus Kawasaki, Linie 71, fährt zwischen Kawasaki Station West Exit und dem Bahnhof Kosugi. Von der Haltestelle Kamihirama Housing Front sind es 2 Minuten zu Fuß.
- Bezahlung: nur bar. Kreditkarten, elektronisches Geld, Verkehrskarten und QR-Zahlung werden nicht akzeptiert.
- Reservierung: Reservierungen gibt es nur für Stammgäste. Neue Gäste kommen ohne Reservierung und stellen sich an. Am Wochenende bildet sich ab etwa 16:45 eine Schlange für die Öffnung um 17:30. Montags und spät unter der Woche ist es oft ruhig. Eingelassen wird erst, wenn die ganze Gruppe da ist.
- Kinder: Laut Restaurant sind Familien ausdrücklich nicht willkommen. Kommen Sie besser ohne Kinder.
- Bestellung: Fleisch wird nur einmal bestellt. Kohl, Reis und Getränke lassen sich nachordern. Die Karte hängt nur auf Japanisch an der Wand, also vorher entscheiden. Als Faustregel nennt das Lokal etwa 2,5 Portionen Fleisch pro Person. Reste können mitgenommen werden.
- Handy: keine Anrufe annehmen, Handy und Fotos auf ein Minimum beschränken. Der Wirt achtet lautstark darauf.
- Kleidung: etwas, das man danach wegwerfen kann. Der Raum ist sehr verraucht, der Boden fettig und rutschig. Bringen Sie einen großen Plastiksack für Mäntel und Taschen mit.
- Plätze und Rauchen: keine Separees, keine Exklusivmiete. Das Lokal ist rauchfrei, die Grills sorgen trotzdem für viel Rauch.
- Parken: keine Parkplätze in der Nähe.






