Im Chinese Sai guu (中国菜 Guu) ist das Erlebnis pures kulinarisches Theater. Das gesamte Restaurant besteht aus nur sechs Plätzen an einem Tresen, von dem aus man auf die Bühne blickt, wo der Chefkoch mit riesigen Hochleistungsbrennern und einem gewaltigen Dampfgarer arbeitet – vor dessen Inbetriebnahme das Personal freundlich warnt. Diese intime Atmosphäre bietet den Gästen einen Blick aus der ersten Reihe auf die Zubereitung eines eleganten, modernen chinesischen Degustationsmenüs.
Das Menü ist eine Abfolge von sorgfältig zubereiteten Gerichten. Gäste loben durchweg das charakteristische „Schwan“-Gebäck, eine delikate Teigtasche aus Kartoffelteig, gefüllt mit Daikon-Rettich, Apfel und Blauschimmelkäse. Weitere Höhepunkte sind frisch zubereitete Xiao Long Bao, Garnelen-Dumplings und eine einzigartig knusprige Peking-Ente, die in zwei Gängen (Brust und Rücken) serviert wird. Ein reichhaltiger, kollagenreicher Haifischflosseneintopf, der am Tisch zubereitet und mit Reis serviert wird, ist ein weiterer wiederkehrender Favorit, ebenso wie saisonale Spezialitäten wie die Shanghai-Krabbe. Als Dessert werden oft das warme Eier-Törtchen und der hausgemachte Mandelpudding erwähnt.
Während die Kochkunst gefeiert wird, besteht die größte Herausforderung darin, einen Platz zu bekommen. Kritiker merken an, dass Reservierungen extrem schwer zu erhalten sind. Plätze für neue Kunden werden über Instagram nach dem „First-Come, first-served“-Prinzip vergeben, und Stammgäste warten manchmal Jahre auf ihre nächste Buchung. Einige Gäste empfinden die Portionen eher als elegant denn als groß, obwohl beliebte Zusatzgerichte wie gebratener Reis oder Mapo Tofu erhältlich sind.
Gäste berichteten in den Jahren 2024–2026, dass das Omakase-Menü etwa 22.000–23.000 ¥ kostet. Eine Wein- oder Shaoxing-Begleitung schlägt mit zusätzlichen 8.000–9.200 ¥ zu Buche, wobei einige Endrechnungen 36.000 ¥ oder mehr pro Person erreichten. Extras wie ein spezieller gebratener Reis oder Mapo Tofu kosten etwa 1.400 ¥ bzw. 1.300 ¥. Trotz des hohen Preises sind sich die Gäste fast einhellig einig, dass die Qualität, die Technik und das Erlebnis ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
- Reservierung: Eine Reservierung ist unerlässlich und äußerst umkämpft. Neue Kunden können versuchen, über eine Direktnachricht auf Instagram am ersten Tag des Monats für einen Platz im Folgemonat zu buchen.
- Anfahrt: Das Restaurant ist 5 Gehminuten von der Station Kyoto City Hall der Tozai-U-Bahn-Linie oder 6 Gehminuten von der Station Sanjo der Keihan-Hauptlinie entfernt.
- Sitzplätze: Es gibt nur 6 Plätze am Tresen. Das Essen besteht aus einem festen Omakase-Menü mit einer einzigen, gemeinsamen Startzeit für alle Gäste.
- Zahlung: Gängige Kreditkarten (Visa, Master, JCB, Amex, Diners) werden akzeptiert. Elektronisches Geld und QR-Code-Zahlungen werden nicht angenommen.
- Korkgeld: Das Mitbringen eigener Flaschen ist gegen eine Gebühr gestattet, die Berichten zufolge bei etwa 5.500 ¥ liegt.
- Rauchen: Das gesamte Restaurant ist rauchfrei.
- Parken: Es sind keine Parkplätze vorhanden.





