Niku Ryori Kanae (肉料理かなえ) ist kein Yakiniku-Grill, sondern ein Rind-Kappo. Ein Geschwisterpaar zerlegt Wagyu von Hand vor zwölf Gästen am Tresen und serviert ein einziges Menü mit rund zwölf Gängen. Jeder Gang zeigt ein anderes Teilstück und eine andere Technik. Es gibt rohe Zunge und Herz, halb roh und halb über Holzkohle angeröstet. Zum Abschluss steht unter anderem Birria-Ramen zur Wahl, eine würzige Rinderbrühe nach mexikanischer Art mit Nudeln.
Die meisten Gäste heben das Akami-Sashimi mit Eigelb und Awa-Joyu (aufgeschäumter Sojasauce) hervor, das man wie Yukke isst. Ebenso gelobt wird das Herz-Sashimi mit Sansho-Pfeffer. Häufig genannt werden auch das Steak-Sandwich mit hausgemachter Eigelb-Mayonnaise und der Sirloin-Eintopf. Das Birria-Ramen gilt vielen als Höhepunkt des Abends. Ausländische Gäste loben die herzlichen, unprätentiösen Gastgeber. Ihr Englisch ist begrenzt, doch sie erklären jedes Gericht mit großer Mühe.
Kritik gilt vor allem den Getränken, die mehrere Gäste für überteuert halten. Manche fanden die Aushilfen im Service weniger souverän als die Geschwister. Einigen war das Tempo mit 75 bis 90 Minuten zu hoch, obwohl das Restaurant selbst rund 1 Stunde 50 Minuten angibt. Eine Minderheit empfindet die Mischung der Küchen als unzusammenhängend oder die Kreativität als schwächer als ihr Ruf. Eine harsche Bewertung von 2023 über Zeitdruck und Hygiene fand später kein Echo.
Der Menüpreis hat sich mehrfach geändert. Gäste zahlten 2022 ¥16.500, 2024 ¥25.000 und 2026 ¥18.000. Ein Gast zahlte 2026 mit Getränken knapp über ¥20.000. Im selben Jahr kosteten ein Umeshu on the rocks und ein Mineralwasser jeweils etwa ¥1.000. Mittags wie abends liegt die übliche Rechnung bei ¥15.000–19.999, gelegentlich auch bei ¥20.000–29.999. Eine Servicegebühr gibt es nicht. Für Fleischliebhaber halten die meisten den Preis angesichts von Qualität und Vielfalt des Rindfleischs für angemessen. Teurer wird es vor allem durch die Getränke.
- Umzug: Der jetzige Standort schließt Mitte Oktober 2026, ein neuer in Gosho-minami ist für Frühjahr 2027 geplant. Vor der Planung prüfen.
- Anfahrt: 1 Minute zu Fuß von der Station Kyoto Shiyakusho-mae (Kyoto City Hall), 6 Minuten von der Station Keihan Sanjo. Das Restaurant liegt im Gebäude Akaza Kiyamachi im Erdgeschoss hinter einem roten Noren-Vorhang und ist leicht zu übersehen.
- Reservierung: nur mit Reservierung, ohne Buchung kommt man nicht hinein. Zuletzt war die Buchung über Tabelog möglich. Telefonisch ist das Restaurant schwer erreichbar und bittet um Anfragen per Instagram-Nachricht. Wer mehr als 15 Minuten zu spät kommt, gilt als storniert.
- Ablauf: nur Menü, mit festen Durchgängen und gemeinsamem Beginn.
- Altersbeschränkung: Kinder sind nur zugelassen, wenn sie das Erwachsenenmenü essen können. Ein Kindermenü gibt es nicht. Familien müssen vor der Buchung per Instagram-Nachricht Rücksprache halten.
- Ernährung: Vegetarier und glutenfreie Ernährung sind nicht möglich, da Sojasauce verwendet wird. Wer kein rohes Fleisch isst oder schwanger ist, vermerkt das bei der Buchung, dann wird gegart serviert.
- Bezahlung: Visa, Mastercard, JCB, Amex und Diners werden akzeptiert. Elektronisches Geld und QR-Zahlungen werden nicht akzeptiert.
- Plätze: 12 Tresenplätze ohne Platzwahl im Voraus. Es gibt keine Separees und keine Exklusivmiete.
- Rauchen: Im Restaurant gibt es einen Raucherbereich.
- Parken: keine Parkplätze.
- Sprache: Das Englisch ist begrenzt, aber das Personal ist sehr entgegenkommend.





