Chabo (矮鶏) verbindet Yakitori mit Kappo. Der Koch, ein Autodidakt, grillt jeden Spieß selbst über Binchōtan und wechselt sie in einem einzigen Omakase-Menü mit saisonalen kleinen Gerichten ab. Er kauft ganze Tiere, darunter Nagoya Cochin und Shamo (Kampfhuhn), und bringt so seltene Teile wie Unterschenkel und Bürzel auf den Teller. Zwischen den Spießen kommen etwa Chawanmushi (herzhafter Eierstich) mit Muschel- oder Schildkrötenbrühe und ein sich stetig wandelndes ‚Chicken Duck‘. 2025 wurde das Lokal in die Tabelog 100 für Yakitori (EAST) aufgenommen.
Gelobt werden vor allem das präzise Grillen und Salzen, besonders bei Momo (Keule), Sunagimo (Hühnermagen) und den von Hand gehackten Tsukune mit eingelegten Gurken. Das extra bestellte Oyakodon mit tieforangefarbenen Eigelben wird immer wieder als Pflicht bezeichnet; manche ziehen die kalte Suppe Hiyajiru vor. Viele erwähnen die Herzlichkeit des Kochs.
Die Kritik ist konkret. Yakitori-Puristen merken an, dass nur etwa die Hälfte des Menüs aus Spießen besteht. Da der Koch allein am Grill steht, kann es bei Andrang stocken: Ein Gast wartete 2026 über 25 Minuten zwischen zwei Gängen. Einigen war die Sake-Auswahl mit drei Sorten zu knapp, der offene Wein enttäuschte. Die Theke liegt direkt am Grill und wird im Sommer heiß. Der Menüinhalt variiert von Gast zu Gast, und manche haben den Eindruck, Stammgäste würden bevorzugt.
Chabo öffnet nur abends, Mittagessen gibt es nicht. Das Menü ist von etwa ¥7.000–8.000 (2022–23) auf rund ¥10.000 (2025–26) gestiegen; für ein Bier zahlten Gäste zuletzt etwa ¥400. Mit Getränken und dem zusätzlichen Oyakodon lagen die Rechnungen 2024–2026 bei ¥13.200–15.070. Für das Abendessen sollte man ¥13.000–15.000 einplanen.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis gilt überwiegend als gut: 12–15 Gänge, ein langer, sättigender Abend und fair kalkulierte Getränke. Eine Minderheit fand die Spieße für den Preis klein.
- Anfahrt: 10 Minuten zu Fuß von der Nordseite der JR Shizuoka Station, direkt neben dem Hotel Garden Square Shizuoka. Das Lokal liegt im 3. Stock des Jisaku Building, erreichbar über die Treppe; der Eingang ist leicht zu übersehen.
- Reservierung: ohne Reservierung kommt man praktisch nicht hinein. Buchung telefonisch unter 054-253-1268, voraussichtlich auf Japanisch.
- Bezahlung: nur Barzahlung. Kreditkarten, elektronisches Geld und QR-Code-Zahlungen werden nicht akzeptiert.
- Ablauf: nur Menü, ohne Preisaushang an der Tür. Oyakodon oder Reisgericht kosten extra. 2–2,5 Stunden einplanen.
- Plätze: Thekenplätze. Separees gibt es nicht, das Lokal kann aber exklusiv gemietet werden.
- Rauchen: drinnen Nichtraucher; vor dem Eingang gibt es einen Raucherbereich.
- Parken: keine Parkplätze.










